Lachmol Satirepreis an IGAF

sd. 8. Nov., Zürich. Der diesjährige Satire-Preis der Stiftung Lachmol geht an die Betreiber der IGAF-Webseite (Interessengemeinschaft für Antifeminismus).

Urs Bleiker, der Vorstandspräsident der IGAF zeigte sich erstaunt, aber doch höchsterfreut über diese unerwartete Würdigung und sagte auf Anfrage, dass er es eigentlich lieber noch etwas länger geheimgehalten hätte, dass es sich beim ganzen Projekt um ein satirisches Projekt der Zürcher Künstlerin, Andrea Anders, handle. “Selbstverständlich war das alles nicht ernst gemeint. Wir waren aber über die gewaltige Resonanz höchst erfreut, sogar Roger Köppel erlaubte uns, ein hervorragendes Zitat von ihm auf die Seite zu stellen. Schützenhilfe vom Redaktor der grössten Schweizer Satirezeitschrift zu bekommen war für uns natürlich eine grosse Starthilfe,” sagte Bleiker in seiner Rede im Rahmen der Preisverleihung, bevor er den Preis im Umfang von 10’000 Franken entgegennahm.

“Als Höhepunkt des Projekts war das 1. Internationale Antifeminismustreffen gedacht; wir mussten jedoch feststellen, dass viele der fast 150 Teilnehmenden offenbar die Ironie dahinter nicht verstanden. Wir haben uns hinter den Kulissen am Boden gekugelt vor Lachen,” so Andrea Anders. “Von Anfang an haben wir auf der Seite derart haarsträubende Wirklichkeitsverdrehungen und erbärmlichste Selbstmitleidsplädoyers publiziert, wir hätten uns nie gedacht, dass es ernst genommen würde! Als Ideen-Pool benutzten wir oft die hervorragende Sozialsatire von René Kuhn Zurück zur Frau – Weg mit den Mannsweibern und Vogelscheuchen, ein Tabubruch, wir haben selten so gelacht! Einen hervorragenden Humor hat dieser Mann, sage ich Ihnen, vor allem das mit den Vogelscheuchen!” sagte Anders glucksend bevor sie in gackerndes Lachen ausbrach und sich auf dem Boden wand. Eine ebenfalls sich windende Frau Rhabarber verwies nach Luft schnappend auf ihren Beitrag zum Thema.

Von den 36 Facebook-Fans, die während des Projekts aquiriert werden konnten, stand indes nur einer, der nicht namentlich genannt werden möchte, für einen Kommentar zur Verfügung. Er meinte, dass dies nun ein weiteres Anzeichen dafür sei, dass er in seiner Männlichkeit unterdrückt werde, und fragte, was denn eigentlich eine Satire sei. Sprachs, klopfte sich knurrend mit den Fäusten auf die Brust und ging von dannen.

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2 Antworten zu Lachmol Satirepreis an IGAF

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