SVP empört über Geert Wilders‘ PvV

sd. 8. Nov., Albisgüetli. Einstimmig verurteilten gestern Sonntag die Verantwortlichen der SVP die Kampagnen von Geert Wilders‘ Partij voor de Vrijheid.

Sie zeigten sich vor allem über die Fernsehwerbungen für seine Partei empört. Die darin verwendete Rhethorik sei ganz klar an jene der SVP angelehnt, wenn nicht gar vollkommen übernommen. „Nicht, dass etwas Anderes zu erwarten gewesen wäre, Wilders ist ja schliesslich ein Ausländer und wie wir wissen, gehört dazu eine gewisse Affinität zu Diebstahl,“ sagte erzürnt ein ob dieser Tatsache sichtlich mitgenommener Toni Brunner. „Jahrelang arbeiteten wir daran, den Islam im allgemeinen zu verunglimpfen, und deshalb steht uns für die Schaffung dieses Feindbilds auch ein gewisses Monopol zu.“ Ein Informant, der hier nicht namentlich genannt werden möchte, fügte hinzu: „Das Schlimmste für Brunner war, glaube ich, dass er nie von Fox News für ein Interview angefragt wurde, und Wilders schon. Die SVP-Kader sehen sich gewissermassen als Vorreiter des rechtspopulistischen, sachfernen Politisierens, das auf der Beackerung diffuser Ängste basiert, und dass nun dieser Emporkömmling plötzlich alles Rampenlicht für sich hat, hat Brunner schon sehr tief verletzt, denn eigentlich möchte auch er nur ein bisschen Anerkennung.“

„Andererseits,“ fügt Hans Huber, Psychologieprofessor, hinzu, „hat es ihn sicher besonders gewurmt, dass nicht ein Ghost Writer der SVP den wunderbaren Satz ‚I am clearly not racist, but it is obvious that the Qu’ran is a fascist book and that Islam is a retarded culture‘ erfunden hat. Die Strategie, den Faschismusvorwurf auf den Sündenbock – in diesem Fall den Islam – zu projizieren, um sich damit selbst reinzuwaschen, ein Meisterstreich! Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass hier ein Gefühl der Missgunst aufkommt, besonders wenn man bedenkt, dass die SVP traditionellerweise nicht allzu viel Begabung im sprachlichen Bereich  aufweist.“

Ein Lichtblick ist jedoch die Aussicht, vielleicht mit der Kampagne zur Ausschaffungsinitiative nun endlich bei Fox News Aufsehen zu erregen. „Unsere Plakate mit den Schäfchen sind jetzt also aber schon noch schüli gut!“, sagt ein triumphierender Brunner auf Anfrage, „und die haben wir erfunden! Das wird auch der Geert zugeben müssen, und wenn er die uns nun auch noch stiehlt, dann ist dann aber genug Heu dunden! Wenn der mal in die Schweiz kommt, schaffen wir ihn gleich aus!“ Der Politologe Peter Poser sieht aber durchaus auch positive Aspekte in der Angelegenheit: „Die Tatsache, dass die SVP nun unter Konkurrenzdruck steht, kann durchaus dazu führen, dass in der Politik ein Paradigmenwechsel entsteht; weg von lästigen differenzierten Argumentationsketten und endllich hin zu einfachen Antworten auf einfache Probleme, die dann ihre Sublimation in Schäfchenform erfahren. Meiner Meinung nach sollten Schäfchencartoons ganz im allgemeinen zur Lingua Franca von Politdebatten erhoben werden. Das würde alles so viel einfacher machen.“

Vorläufig beschlossen die SVP-Vertreter keine rechtlichen Schritte gegen Geert Wilders zu unternehemen. Sollte dieser jedoch fortfahren „uns ans Bein zu pissen, heisst es dann vielleicht plötzlich mal: ’seit 6 Uhr wird zurückgepisst. Und zwar scharf.'“

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