Bank CEO spricht erstmals über schwierige Krisenzeit

sd. 9. Nov., Basel. Die Wirtschaftskrise machte vor keinen Bevölkerungsschichten halt. Geri Gierig, CEO einer namhaften Bank, kehrt nach zwei Jahren der Entbehrung zur alten Gewohnheit zurück und kauft nun wieder im Globus ein.

Seit der Krise habe man den Gurt um einiges enger schnallen müssen, so Gierig, besonders nach seiner Entlassung. Man habe sogar in Erwägung gezogen, das Vierthaus auf den Bahamas zwischenzeitlich zu vermieten, nachdem die Abfindung mit nur 4 Mio. Dollar viel tiefer ausgefallen sei als erwartet. Glücklicherweise sei er noch in diversen Verwaltungsräten gesessen, sonst wäre es noch enger geworden.

„Die Steuern haben uns fast aufgefressen, am Ende des Jahres blieben uns für die ganze Familie oft nicht mehr als 2.5 Mio. Franken! Notgedrungen mussten wir deshalb in den Kanton Zug ziehen, eine Belastungsprobe für die ganze Familie.“

„Es war schwierig für uns alle, besonders für unseren Jüngsten, Hans, der vor einem halben Jahr 18 wurde. Seine ältere Schwester, 22, kriegte für ihren 18. Geburtstag eine Segeljacht; für Hans konnten wir uns dann nur noch einen Porsche Cayenne leisten, für die Turbo-Version hat es eben noch gereicht. Sie können sich vorstellen, dass das für böses Blut gesorgt hat.“

Nach zweijähriger Arbeitslosigkeit fand Gierig nun wieder eine Anstellung über einen alten Freund aus seiner Studententenverbindung. Seine neue Arbeit habe etwas mit Finanzderivaten zu tun, näher wollte Gierig im Gespräch mit d’zwible nicht darauf eingehen, ausser, dass seine neue Anstellung finanziell durchaus interessant sei.

Über die Zeit als Arbeitsloser spricht er nur ungern. „Ich kann Ihnen sagen, es fühlt sich an wie ein Heimkommen, endlich wieder im Globus einzukaufen, wo zwar die Spaghetti die gleichen sind, aber dafür schön verpackt. Plus, das dürfen Sie nicht vergessen, man ist unter seinesgleichen. Es war eine schlimme Zeit,“ fährt er fort,“können Sie sich vorstellen, wie erniedrigend es sich anfühlt plötzlich mit den normalen Leuten in normalen Lebensmittelläden anzustehen? All die ordinären Gespräche mitanhören zu müssen? Nein?! Sie können sich das nicht vorstellen?! Wer sind Sie denn überhaupt?!“

Als habe er soeben etwas unfassbar Ekliges gesehen, fing er alsbald mit dem ganzen Körper zu schütteln, rannte zu seinem im Halteverbot abgestellten Bentley – Bussen könne er sich nun ja wieder leisten, versicherte er vorher im Gespräch  – und fuhr mit quietschenden Reifen von dannen.

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