Konsequenzen aus der SVP Volksbefragung

sd. 11. Nov., Basel. Die am 1. August von der SVP lancierte Volksbefragung besticht durch ihren höchst repräsentativen Charakter. 70’000 Bürgerinnen und Bürger haben an der Befragung teilgenommen. Die Resultate sind alle höchst überraschend.

So stimmen beispielsweise 90% der befragten mit der von der SVP propagierten Ausländerpolitik zu. „Wir hätten nie gedacht, dass so ein so grosser Anteil der Bevölkerung auf unserer Seite steht. Eigentlich dachten wir uns, es würden ja sowieso nur Wähler unserer Partei den Brief überhaupt öffnen, aber wie es scheint, haben Menschen quer durch alle Wählerschichten die gleiche Meinung wie wir!“ sagt Toni Brunner auf Anfrage der d’zwible.

Nun werde nach Erklärungen gesucht, wieso dies so sei. Der Marketingverantwortliche der SVP mutmasst, es könne mit dem im Jahre 2007 abgeschlossenen Vertrag mit dem Volk zu tun haben. „Den haben wir wirklich ganz gut gemacht. Absichtlich haben wir das Format des Vertrages an den Bundesbrief von 1291 angepasst, sogar die drei Siegel haben wir kopiert! Und um die Analogie auch für die kognitiv nicht allzuschwer Bewaffneten, die nun einmal einen Grossteil unserer Wählerschaft ausmachen, auf dem Silbertablett zu servieren, haben wir ihn auch auf vergilbtes Papier gedruckt.“ Einen kleinen Schönheitsfehler habe dieser Vertrag zwar schon (das Volk hatte nie die Gelegenheit ihn auch zu unterschreiben), dies hätte aber scheinbar der Popularität der SVP und ihren Positionen keinen Abbruch getan, wenn man nun sähe, dass über 90% der Schweizer Bevölkerung hinter ihnen stehe.

„Über 70’000 Schweizerinnen und Schweizer haben mitgemacht, wie können Sie es wagen, in Zweifel zu ziehen, dass diese Volksbefragung nicht repräsentativ gewesen sei?“ antwortete ein sichtlich entrüsteter SVP-Sprecher und fuhr fort: „Was mich am meisten aufregt, sind die Manipulationsvorwürfe die nun aus der linken Ecke kommen! Es ist schliesslich unsere Volksbefragung, da dürfen wir doch wohl noch selbst entscheiden, wie wir die Resultate interpretieren und welche wir weglassen! Dies ist schliesslich ein freies Land!“

Mit diesen eindeutigen Resultaten müsse man nun allenfalls einen Regierungsformwechsel in Erwägung ziehen. „Wenn man bedenkt, dass das Volk der Souverän ist, und das das Volk nun aber mit 90% mit der SVP übereinstimmt, ist die SVP dann ja gewissermassen das Volk und damit der Suverän. Konsequent weitergedacht würde das dann heissen, dass eine Regierungspartei reicht.“ Damit könne man verschiedene Fliegen mit einer Klappe schlagen: „Zum einen wäre man die lästige classe politique endlich mal los, die war dem Chrige sowieso schon lange ein Dorn im Auge, und zum andern könnten wir unsere teure Propaganda- und Lügenabteilung der Partei abschaffen, die wir dann ja nicht mehr bräuchten.“

Die Pressekonferenz wurde alsdann unter heftigem Beifall der Anwesenden beendet, ja sogar ein Schossignohn von Leuten mit Kuhglocken war anwesend und läutete sie begeistert um die neue Zukunft der Schweiz willkommen zu heissen. Im Raum nebenan wurde Kafi Lutz ausgeschenkt und alle waren glücklich und froh.

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