Skandal im Vatikan!

sd. 17. Nov., Rom. Papst Benedikt XVI stiess seine Schafe völlig unerwarteterweise für ein mal vor den Kopf, indem er ganz eigenhändig sein persönliches Wappen änderte und dabei die Heraldik auf dem samtenen Stratum, das traditionellerweise das Fenster des dritten Stockes des Apostolischen Palastes ziert, auch in Mitleidenschaft zog.

Mit dem eleganten Titel „Die Enttiaratisierung schreitet voran,“ kommentiert kath.net in seiner Ausgabe von heute Mittwoch den unerwarteten Schritt. Bei der Änderung gehe es um die Verwendung der Tiara anstelle der einfachen Mitra oder umgekehrt; worin die Modifikation nun genau bestehe, lässt Armin Schwibach, der Autor des Artikels, offen. Ob nun Mitra oder Tiara (wobei es bei beiden etwas ausser Mode geratenen Kleidungsstücken um Kopfbedeckungen handelt, die aller Wahrscheinlichkeit nach von ausserordentlicher Heiligkeit sind, so mutmasst jedenfalls sd.), es handle  sich hier um einen heraldischen Bruch, der die katholische Welt in Atem hält.

Kirchenkritische Kreise mutmassten, dass es der heiligen Kurie darum gegangen sein könnte, wieder einmal eines der in der Kirchenführung äusserst beliebten „nihil innoveturs“ in die Welt hinauszuschreien. Avvenire, bezeichnenderweise die Zeitung der italienischen Bischofskonferenz zitiert jedenfalls eine „hohe Quelle aus dem Vatikan,“ und lässt verlautbaren: „Das Wappen bleibt, wie es ist. Nihil innovetur,“ und hätte, falls ihr dies möglich gewesen wäre, als Zeitung in Ermangelung von Fäusten jedoch eher nicht, sicherlich lautstark die Faust auf den Tisch schlagen lassen, um der Aussage zusätzlichen Nachdruck zu verleihen.

Die Reaktionen fielen erwartungsgemäss gemischt aus. Seraphicus, (dessen Namenswahl wohl anders ausgefallen wäre, hätte er die letzten zwei Silben seines Namens oft hintereinander ausgesprochen, und die phonetischen Ähnlichkeiten zwischen eben diesem seinem Namen und äusserst verwerflichen Praktiken erkannt), ein Forumsbesucher auf kath.net, zeigte sich besorgt: „Wie kann es sein, dass Symnbole wie das Wappen eines Staates oder hier des Heiligen Stuhls einfach abgeändert werden? Was würde passieren, wenn der Adler als deutsches Wappentier mit dem Bild einer Amsel ersetzt würde, weil das Raubtier Adler an was Grausames erinnert? Und somit eine Geschichte ausgelöscht würde?“

Ein anderer Beitragsschreiber, FNO, der sich offensichtlich mehr Gedanken zu seinem Namen machte, hält die Aufregung für übertrieben und meint, dass eine so minime Veränderung des Wappens wohl kaum die alte Tradition der Tiara „ausmerzen“ könne, und schaut deshalb gelassen in die Zukunft. „Aber einen Kult um die Tiara zu treiben,“ fährt dieser fort, „deren Sinn seit 1860/70 nicht mehr klar zu umreißen war, wäre grotesk.“

Nun, da die volle Tragweite des Streits bekannt ist, schaut die Weltöffentlichkeit gebannt auf den Vatikan, und rätselt über des Vatikans nächste Schritte in der durchaus verfahrenen Situation. Ein in der vatikanischen Hierarchie hochstehender Informant, der gewissermassen in himmlischen Teppichetagen schaltet und waltet, spekuliert auf eine spektakuläre Nicht-Änderung, ein „non innovetur bombasticus,“ unter welchem Namen solche Schritte unter Insidern bekannt sind. Viele hier auf dem Petersplatz versammelte Laiengläubige, die im Schafsstalle ihr Zuhause wissen, werden jedoch auf Zuwendungen der albanischen Betsweatshops angewiesen sein, um diese schwierige Situation zu überstehen.

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Eine Antwort zu Skandal im Vatikan!

  1. Frau Rhabarber schreibt:

    benedikt sieht bestimmt wunderhübsch aus mit einer tiara wie dieser: http://www.tutu.com/images/prod/ntn/tiara_10272.jpg

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